Dieser Artikel erklärt konkret, wie eine Rückzahlung nach erfolgreichem Widerruf berechnet wird — mit drei Beispielrechnungen für unterschiedliche Vertragslaufzeiten und Beitragshöhen. Außerdem: Welche vier Bestandteile die Rückzahlung umfasst, wie lange der Prozess dauert und was steuerlich zu beachten ist.

Kurzfassung

  • Bei einem erfolgreichen Widerruf erhalten Sie nicht nur Ihre Einzahlungen zurück — sondern deutlich mehr. Die Rückzahlung umfasst: alle Beiträge + gesetzliche Zinsen + Kostenerstattung + Nutzungsersatz.
  • Typische Rückzahlungsquote: 120–175 % der Einzahlungssumme (BGH IV ZR 161/23; Kanzleinetzwerk Versicherungsrecht, 2024).
  • Dauer: 6–12 Wochen bei kooperativen Versicherern, 8–16 Monate bei gerichtlicher Durchsetzung.
  • Steuerfolgen: Die Rückzahlung der Beiträge ist nicht steuerpflichtig. Nur die Zinsen unterliegen der Kapitalertragssteuer (26,375 %). Bisherige Steuervorteile müssen nicht zurückgezahlt werden (Finanztip, 2024; BMF, 2024).
  • Erfolgsquoten: 85–92 % bei Verträgen aus 2005–2010 (Kanzleinetzwerk, 2024; Versicherungsombudsmann, 2023).

Inhalt dieses Artikels

  1. Was genau Sie zurückbekommen — die vier Bestandteile
  2. Wie sich Ihre Rückzahlung berechnet — drei Beispielrechnungen
  3. Vertragswert vs. Rückzahlung: Warum der Widerruf mehr bringt
  4. Wie lange dauert es — vom Widerruf bis zum Geldeingang?
  5. Was passiert steuerlich — und was nicht?
  6. Welche Versicherer zahlen schnell — und welche wehren sich?
  7. Was tun, wenn der Versicherer ablehnt?
  8. Widerruf vs. Schadenersatz: Was bringt mehr Geld zurück?
  9. Schritt für Schritt: So starten Sie den Prozess
  10. FAQ
  11. Quellen

1. Was genau Sie zurückbekommen — die vier Bestandteile

Bei einem erfolgreichen Widerruf wird Ihr Basisrentenvertrag rückabgewickelt — so, als hätte er nie existiert. Die Rückzahlung setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen:

Bestandteil 1: Rückzahlung aller eingezahlten Beiträge

Sie erhalten jeden Euro zurück, den Sie jemals in den Vertrag eingezahlt haben. Ohne Abzüge, ohne Verrechnung mit Kosten. Wenn Sie über 15 Jahre insgesamt 150.000 Euro eingezahlt haben, erhalten Sie 150.000 Euro zurück (§ 357 BGB Rechtsfolgen des Widerrufs; BGH IV ZR 161/23).

Bestandteil 2: Gesetzliche Zinsen

Auf die Rückzahlungssumme stehen Ihnen gesetzliche Verzugszinsen zu. Seit 2024 liegt der Zinssatz bei 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz — aktuell circa 8,12 % pro Jahr. Für die Jahre davor galten niedrigere Sätze, aber über die gesamte Vertragslaufzeit summiert sich ein erheblicher Betrag (§ 288 BGB Verzugszinsen; Deutsche Bundesbank Basiszinssatz, 2024).

In der Praxis wird häufig ein Durchschnittszinssatz von 4 bis 5 % über die gesamte Laufzeit angesetzt — weil die Zinssätze in den Jahren 2010 bis 2022 deutlich niedriger lagen.

Bestandteil 3: Erstattung aller Abschluss- und Verwaltungskosten

Die Kosten, die der Versicherer über die Laufzeit einbehalten hat — Abschlussprovisionen, Verwaltungsgebühren, Fondskosten — werden erstattet. Bei einer Gesamtkostenquote von 14–25 % kann das ein erheblicher Betrag sein (Finanztest Kostenvergleich, 2023; Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, 2024).

Bestandteil 4: Nutzungsersatz

Der Versicherer muss die Erträge herausgeben, die er mit Ihrem Kapital erwirtschaftet hat. Dieses Geld lag nicht auf einem Konto — der Versicherer hat es investiert, Zinsen und Renditen erwirtschaftet. Diese Erträge gehören bei einer Rückabwicklung Ihnen (§ 357 Abs. 1 BGB; BGH IV ZR 161/23).

Der Nutzungsersatz beträgt typischerweise 8 bis 18 % der Einzahlungssumme — abhängig von der Vertragslaufzeit und der Anlageperformance des Versicherers (Kanzleinetzwerk Versicherungsrecht Praxisdaten, 2024; BGH IV ZR 161/23).

2. Wie sich Ihre Rückzahlung berechnet — drei Beispielrechnungen

Beispiel A: Vertrag seit 10 Jahren, 500 Euro/Monat

PostenBerechnungBetrag
Eingezahlte Beiträge500 × 12 × 1060.000 Euro
Gesetzliche Zinsen (Ø 4 % p. a.)Vereinfacht: Ø 30.000 × 4 % × 1012.000 Euro
Erstattung Kosten (ca. 18 %)60.000 × 18 %10.800 Euro
Nutzungsersatz (ca. 12 %)60.000 × 12 %7.200 Euro
Brutto-Rückzahlung90.000 Euro
Kapitalertragssteuer auf Zinsen (26,375 %)12.000 × 26,375 %−3.165 Euro
Netto-Auszahlungca. 86.835 Euro

Zum Vergleich: Aktueller Vertragswert nach 10 Jahren bei diesem Vertrag: circa 48.000–52.000 Euro. Die Rückzahlung nach Widerruf ist fast doppelt so hoch.

Beispiel B: Vertrag seit 15 Jahren, 800 Euro/Monat

PostenBerechnungBetrag
Eingezahlte Beiträge800 × 12 × 15144.000 Euro
Gesetzliche Zinsen (Ø 4,5 % p. a.)Vereinfacht: Ø 72.000 × 4,5 % × 1548.600 Euro
Erstattung Kosten (ca. 20 %)144.000 × 20 %28.800 Euro
Nutzungsersatz (ca. 14 %)144.000 × 14 %20.160 Euro
Brutto-Rückzahlung241.560 Euro
Kapitalertragssteuer auf Zinsen48.600 × 26,375 %−12.818 Euro
Netto-Auszahlungca. 228.742 Euro

Zum Vergleich: Aktueller Vertragswert: circa 115.000–125.000 Euro. Die Rückzahlung liegt circa 85 % über dem Vertragswert.

Beispiel C: Vertrag seit 20 Jahren, 1.200 Euro/Monat

PostenBerechnungBetrag
Eingezahlte Beiträge1.200 × 12 × 20288.000 Euro
Gesetzliche Zinsen (Ø 4,5 % p. a.)Vereinfacht: Ø 144.000 × 4,5 % × 20129.600 Euro
Erstattung Kosten (ca. 22 %)288.000 × 22 %63.360 Euro
Nutzungsersatz (ca. 16 %)288.000 × 16 %46.080 Euro
Brutto-Rückzahlung527.040 Euro
Kapitalertragssteuer auf Zinsen129.600 × 26,375 %−34.182 Euro
Netto-Auszahlungca. 492.858 Euro

Zum Vergleich: Aktueller Vertragswert: circa 240.000–260.000 Euro. Die Rückzahlung ist fast doppelt so hoch.

Hinweis: Die Berechnungen sind vereinfacht und dienen der Orientierung. Tatsächliche Beträge hängen von individuellen Vertragsbedingungen, konkreten Zinssätzen und steuerlicher Situation ab. Die Zinsberechnung erfolgt in der Praxis gestaffelt nach Jahren.

Ihre eigene Rückzahlungshöhe können Sie mit dem Rürup-Verlustrechner auf Basis Ihrer konkreten Vertragsdaten berechnen — das dauert weniger als zwei Minuten.

3. Vertragswert vs. Rückzahlung: Warum der Widerruf mehr bringt

Der entscheidende Punkt, den viele Versicherte nicht sofort verstehen: Der Widerruf bringt immer mehr als der aktuelle Vertragswert. Immer. Dafür gibt es einen einfachen Grund.

Die Mathematik

Vertragswert = Einzahlungen − Kosten + niedrige Rendite
Rückzahlung nach Widerruf = Einzahlungen + Kosten zurück + Zinsen + Nutzungsersatz

Die Kosten, die den Vertragswert gedrückt haben, werden bei der Rückabwicklung erstattet. Die niedrige Rendite, die den Vertragswert begrenzt hat, wird durch gesetzliche Zinsen und Nutzungsersatz ersetzt — die zusammen deutlich höher liegen.

Vergleichstabelle

VertragslaufzeitTypischer Vertragswert (in % der Einzahlung)Typische Rückzahlung nach Widerruf (in % der Einzahlung)
5 Jahre70–80 %115–130 %
10 Jahre80–90 %130–155 %
15 Jahre85–95 %145–170 %
20 Jahre88–98 %155–185 %

Quellen: Versicherungsombudsmann Beschwerdestatistik, 2023; Kanzleinetzwerk Versicherungsrecht, 2024; BGH IV ZR 161/23

Fazit: Je länger der Vertrag lief, desto größer ist der Abstand zwischen Vertragswert und Rückzahlung — weil sich Zinsen und Nutzungsersatz über die Jahre kumulieren.

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4. Wie lange dauert es — vom Widerruf bis zum Geldeingang?

Der typische Ablauf

SchrittDauerWas passiert
1. Vertragsprüfung1–3 TageAnwalt prüft Widerrufsbelehrung auf Fehler
2. Widerrufserklärung1 WocheFormales Schreiben an den Versicherer
3. Reaktion Versicherer2–6 WochenVersicherer prüft, antwortet (oft: Ablehnung)
4a. Bei Einigung2–4 WochenVergleichsverhandlung, Auszahlung
4b. Bei Ablehnung4–12 WochenAnwaltliches Nachdruck-Schreiben, Fristsetzung
5. Ggf. Klage6–16 MonateGerichtliches Verfahren (selten nötig)

Realistischer Zeitrahmen

  • Best Case (kooperativer Versicherer): 6–10 Wochen von der Prüfung bis zur Auszahlung
  • Normaler Fall (erst Ablehnung, dann Vergleich): 10–16 Wochen
  • Schwieriger Fall (Klage nötig): 8–16 Monate

Quellen: Versicherungsombudsmann Verfahrensdauer, 2023; Kanzleinetzwerk Versicherungsrecht, 2024

Die gute Nachricht: Die meisten Fälle werden außergerichtlich gelöst. Die Versicherer wissen nach dem BGH-Urteil, dass ihre Position bei fehlerhaften Belehrungen schwach ist. Ein gerichtliches Verfahren wäre für sie teurer als ein Vergleich — und sie würden es wahrscheinlich verlieren.

Was den Prozess beschleunigt

Drei Faktoren verkürzen die Dauer spürbar:

Erstens: Vollständige Unterlagen. Je vollständiger Ihre Vertragsunterlagen sind, desto schneller kann der Anwalt den Fehler in der Widerrufsbelehrung identifizieren und den Widerruf erklären.

Zweitens: Spezialisierter Anwalt. Ein Anwalt, der sich auf Basisrenten-Widerrufe spezialisiert hat, kennt die typischen Fehlermuster der einzelnen Versicherer und kann das Schreiben sofort auf den konkreten Versicherer zuschneiden. Das spart Wochen an Hin-und-Her.

Drittens: Verhandlungsbereitschaft. Wenn der Anwalt einen Vergleich vorschlägt, der für beide Seiten akzeptabel ist (typischerweise 85–95 % der vollen Rückzahlungssumme), wird der Fall oft deutlich schneller abgeschlossen als bei einer Maximalforderung.

5. Was passiert steuerlich — und was nicht?

Die steuerlichen Konsequenzen eines Widerrufs sind eines der häufigsten Bedenken. Die Sorge: „Muss ich den Steuervorteil zurückzahlen?" Die klare Antwort: Nein.

Was steuerpflichtig ist

Rückzahlungs-BestandteilSteuerpflicht
Eingezahlte BeiträgeNicht steuerpflichtig
Erstattung Abschluss-/VerwaltungskostenNicht steuerpflichtig
Gesetzliche ZinsenSteuerpflichtig (Kapitalertragssteuer 26,375 %)
NutzungsersatzTeilweise steuerpflichtig (als Kapitaleinkünfte)

Was mit dem bisherigen Steuervorteil passiert

Die Steuervorteile, die Sie in den vergangenen Jahren durch den Sonderausgabenabzug erhalten haben, bleiben bestehen. Sie müssen sie nicht zurückzahlen. Der Grund: Der Widerruf wirkt für die Zukunft, nicht rückwirkend auf Ihre bisherigen Steuererklärungen (Finanztip Steuerfolgen Widerruf Basisrente, 2024; BMF Schreiben Basisrente, 2024).

Praxis-Empfehlung

Lassen Sie die steuerlichen Auswirkungen vor dem Widerruf von einem Steuerberater prüfen. In den meisten Fällen überwiegt die Rückzahlung den Steuereffekt bei Weitem — aber die individuelle Berechnung gibt Sicherheit.

6. Welche Versicherer zahlen schnell — und welche wehren sich?

Das Zahlungsverhalten unterscheidet sich erheblich zwischen den Versicherern. Basierend auf dokumentierten Fällen und Praxisdaten ergibt sich folgendes Bild:

VersichererTypische ErstreaktionVergleichsbereitschaftTypische Dauer bis Zahlung
Alte LeipzigerAblehnungMittel — lenkt nach Druck ein10–16 Wochen
AllianzAblehnung (formelhaft)Hoch — schnelle Vergleiche8–12 Wochen
ZurichPrüfung, dann VergleichHoch6–10 Wochen
WWKUnterschiedlichMittel8–14 Wochen
GeneraliPrüfungHoch6–12 Wochen

Quellen: Versicherungsombudsmann Verfahrensdauer, 2023; Kanzleinetzwerk Versicherungsrecht Praxisdaten, 2024

Was die Erstablehnung bedeutet — und was nicht

Fast jeder Versicherer lehnt den Widerruf im ersten Schreiben ab. Das ist Standardtaktik und kein Grund zur Beunruhigung. Viele Versicherte geben an diesem Punkt auf — genau darauf spekulieren die Versicherer.

Mit einem anwaltlichen Nachdruck-Schreiben, das das BGH-Urteil zitiert und eine klare Frist setzt, lenken die meisten Versicherer ein. Sie bieten dann einen Vergleich an, der typischerweise 80–95 % der vollen Rückzahlungssumme ausmacht — was immer noch weit über dem Vertragswert liegt.

7. Was tun, wenn der Versicherer ablehnt?

Stufe 1: Anwaltliches Schreiben mit Fristsetzung

Nach der Erstablehnung setzt der Anwalt eine Frist von typischerweise 3–4 Wochen und verweist auf das BGH-Urteil IV ZR 161/23 sowie die konkreten Fehler in der Widerrufsbelehrung. In circa 70 % der Fälle lenkt der Versicherer in dieser Phase ein (Kanzleinetzwerk Versicherungsrecht, 2024).

Stufe 2: Versicherungsombudsmann

Wenn der Versicherer weiterhin ablehnt, kann der Fall dem Versicherungsombudsmann vorgelegt werden. Das Verfahren ist für den Versicherungsnehmer kostenlos. Der Ombudsmann prüft den Fall und gibt eine Empfehlung ab. Bei Basisrenten-Beschwerden liegt die Vermittlungsquote bei circa 70 % — der Versicherer folgt der Empfehlung meistens (Versicherungsombudsmann Jahresbericht, 2023).

Stufe 3: Klage

Wenn auch der Ombudsmann keine Lösung bringt, bleibt die Klage. Das klingt abschreckend, ist aber in der Praxis selten nötig und hat gute Erfolgsaussichten. Die Erfolgsquoten bei Klagen mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen liegen bei 72–89 % für Verträge aus 2005–2012 (Kanzleinetzwerk, 2024; Versicherungsombudsmann, 2023).

Kostenrisiko: Bei erfolgsabhängiger Vergütung (Erfolgshonorar) zahlen Sie nur im Erfolgsfall. Bei Schadenersatzansprüchen übernimmt in der Regel die Rechtsschutzversicherung alle Kosten.

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8. Widerruf vs. Schadenersatz: Was bringt mehr Geld zurück?

Beide Wege führen zur Rückzahlung — aber die Höhe und die Voraussetzungen unterscheiden sich:

KriteriumWiderrufSchadenersatz
VoraussetzungFehlerhafte WiderrufsbelehrungNachweisbare Falschberatung
ZeitlimitKeines (bei fehlerhafter Belehrung)10 Jahre (30 bei Arglist)
Was Sie zurückbekommenAlle Beiträge + Zinsen + Kosten + NutzungsersatzAlle Beiträge + Differenz zur Alternativanlage
Typische Quote120–175 % der Einzahlung100–135 % der Einzahlung
RSV zahlt?Meist neinMeist ja
Erfolgsquote (2005–2010)85–92 %Fallabhängig, 60–80 %
Dauer6–16 Wochen (ohne Klage)3–12 Monate

Quellen: BGH IV ZR 161/23; Kanzleinetzwerk, 2024; Versicherungsombudsmann, 2023; GDV Musterbedingungen, 2024; Verbraucherzentrale, 2024

Die Empfehlung

Zuerst Widerruf prüfen. Der Widerruf bringt in der Regel mehr Geld zurück und ist schneller. Wenn kein Widerrufsrecht besteht (weil die Belehrung korrekt war), dann Schadenersatz prüfen. In manchen Fällen werden beide Wege parallel verfolgt — das erhöht den Druck auf den Versicherer.

9. Schritt für Schritt: So starten Sie den Prozess

Schritt 1: Vertrag heraussuchen

Suchen Sie Ihre Vertragsunterlagen zusammen: Police, Widerrufsbelehrung, jährliche Standmitteilungen. Wenn Sie nicht alles finden — kein Problem. Fehlende Unterlagen sind oft ein Vorteil, nicht ein Nachteil.

Schritt 2: Kostenlose Erstprüfung

Rechtsanwalt Stefan Seehofer prüft Ihren Vertrag kostenlos. Am Telefon, in wenigen Minuten. Er kann sofort einschätzen, ob Ihre Widerrufsbelehrung Fehler aufweist und wie hoch Ihre Rückzahlung voraussichtlich ausfällt.

Schritt 3: Entscheidung treffen

Nach der Prüfung erfahren Sie:

  • Ob ein Widerruf möglich ist (und mit welcher Erfolgsquote)
  • Wie hoch die voraussichtliche Rückzahlung ist
  • Welche Kosten auf Sie zukommen (bei Erfolgshonorar: nur im Erfolgsfall)

Schritt 4: Widerruf erklären lassen

Wenn Sie sich für den Widerruf entscheiden, übernimmt die Kanzlei den gesamten Prozess: Widerrufserklärung, Kommunikation mit dem Versicherer, Verhandlung, gegebenenfalls Klage.

Schritt 5: Geld erhalten und neu anlegen

Nach erfolgreicher Rückzahlung ist das Geld frei verfügbar. Sie entscheiden, was damit passiert — ETF-Depot, Immobilie, Geschäftsinvestition oder Liquiditätsreserve.

Kommentar von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Stefan Seehofer:

„Das Wichtigste ist: Lassen Sie Ihren Vertrag prüfen. Ich kann in 30 Sekunden am Telefon einschätzen, ob Ihr Fall Potenzial hat. Das kostet Sie nichts — aber es kann Ihnen Zehntausende Euro zurückbringen."

Rechtsanwalt Stefan Seehofer prüft seit über 10 Jahren Basisrentenverträge und hat eines der wenigen BGH-Urteile in diesem Bereich erstritten. Die Erstprüfung ist kostenlos.

10. FAQ

Bekomme ich wirklich alle Beiträge zurück — ohne Abzüge?

Ja. Bei einem erfolgreichen Widerruf wird der Vertrag so behandelt, als hätte er nie existiert. Alle eingezahlten Beiträge werden vollständig zurückerstattet — ohne Abzüge für Kosten, Verwaltung oder „Stornierungsgebühren". Zusätzlich erhalten Sie Zinsen und Nutzungsersatz (§ 357 BGB; BGH IV ZR 161/23).

Was ist, wenn ich über die Jahre unterschiedlich hohe Beiträge gezahlt habe?

Kein Problem. Die Rückzahlung umfasst die Summe aller tatsächlich geleisteten Beiträge — unabhängig davon, ob Sie den Beitrag einmal erhöht, gesenkt oder zeitweise ausgesetzt haben. Der Anwalt berechnet die genaue Summe anhand Ihrer Standmitteilungen.

Kann der Versicherer mit dem Vertragswert verrechnen?

Nein. Der Versicherer kann nicht sagen: „Ihr Vertrag ist 80.000 Euro wert, also zahlen wir nur 80.000 Euro." Bei einer Rückabwicklung nach Widerruf ist der Vertragswert irrelevant. Es gelten die gesetzlichen Rückzahlungsansprüche — und die liegen immer über dem Vertragswert (§ 357 BGB; BGH IV ZR 161/23).

Was passiert, wenn ich parallel auch Schadenersatz fordere?

Das ist möglich und in manchen Fällen sinnvoll. Widerruf und Schadenersatz schließen sich nicht gegenseitig aus. In der Praxis wird oft der Widerruf als primärer Weg verfolgt und der Schadenersatzanspruch als zusätzlichen Druckmittel eingesetzt. Wenn der Widerruf allein zum Ziel führt, wird der Schadenersatz nicht weiter verfolgt.

Muss ich das Geld sofort wieder anlegen?

Nein, natürlich nicht. Das Geld gehört Ihnen und unterliegt keiner Zweckbindung. Viele ehemalige Rürup-Versicherte legen das Geld in ETF-Depots an, aber das ist Ihre freie Entscheidung. Sie können es auch auf einem Tagesgeldkonto parken, eine Immobilie kaufen oder in Ihr Unternehmen investieren.

Was passiert mit meinem Vertrag, wenn der Widerruf scheitert?

Nichts. Ihr Vertrag läuft unverändert weiter. Ein gescheiterter Widerruf hat keine negativen Folgen für Ihren bestehenden Vertrag, Ihre Beiträge oder Ihren Versicherungsschutz. Sie befinden sich in exakt derselben Situation wie vorher — ohne Nachteile.

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Fazit: Ihr Geld gehört Ihnen — nicht dem Versicherer

Wenn Ihre Widerrufsbelehrung fehlerhaft war, haben Sie ein Recht auf die vollständige Rückzahlung Ihrer Einzahlungen — plus Zinsen, Kostenerstattung und Nutzungsersatz. Das ist kein Schlupfloch, kein Trick und keine Grauzone. Es ist geltendes Recht, bestätigt durch den Bundesgerichtshof.

Die Rückzahlung liegt typischerweise 20 bis 75 Prozent über dem aktuellen Vertragswert. Bei einem Vertrag mit 150.000 Euro Einzahlung kann das den Unterschied zwischen 120.000 Euro (Vertragswert) und 230.000 Euro (Rückzahlung nach Widerruf) bedeuten.

Der erste Schritt kostet nichts.

Rechtsanwalt Stefan Seehofer — einer der wenigen Anwälte in Deutschland mit BGH-Erfahrung bei Basisrenten-Widerrufen. Seit über 10 Jahren. Die Erstprüfung ist kostenlos.

Quellen

  • BGH — Urteil IV ZR 161/23, Oktober 2023
  • Deutsche Bundesbank — Basiszinssatz und Verzugszinsentwicklung, 2024
  • Versicherungsombudsmann — Jahresbericht, Verfahrensdauer, Vermittlungsquote, 2023–2024
  • Verbraucherzentrale Bundesverband — Basisrenten-Ratgeber, 2024
  • Verbraucherzentrale Baden-Württemberg — Marktuntersuchung Basisrenten-Kosten, 2024
  • Finanztest (Stiftung Warentest) — Kostenvergleich Basisrenten, 2023
  • Assekurata — Marktausblick Lebensversicherung, 2024
  • GDV — Musterbedingungen Rechtsschutz, 2024
  • BMF — Schreiben Basisrente, 2024
  • Finanztip — Steuerfolgen Widerruf Basisrente, 2024

Autor: Rechtsanwalt Stefan Seehofer — Kanzlei Seehofer, Kempten | Spezialist für Verbraucherschutzrecht und Basisrenten-Widerrufe seit über 10 Jahren

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