Das Landgericht Traunstein hat in einem Urteil vom 29.01.2014 einer geschädigten Anlegerin, die von der früheren Neue Vermögen AG, der nunmehrigen Bayerische Vermögen AG, Vermögensbetreuung für private Kunden AG, beraten wurde, Schadensersatz zugesprochen.

Die von der Fachanwaltskanzlei Seehofer vertretene Anlegerin hatte Schadensersatzansprüche sowohl aus eigenem Recht als auch aus abgetretenem Recht ihres Ehemannes im Zusammenhang mit insgesamt zwei Beteiligungen an der Zweiten MPC Global Equity GmbH & Co. KG, die im Jahr 2000 gezeichnet worden waren, geltend gemacht.

Dabei wurde auch ein Schadensersatzanspruch hinsichtlich der vorgerichtlich entstandenen Rechtsanwaltskosten zuerkannt. Lediglich der geltend gemachte entgangene Gewinn wurde vom Landgericht nicht zugesprochen. Die Klägerin erhält jedoch das damals eingesetzte Kapital abzüglich erhaltener Ausschüttungen zurück Zug um Zug gegen Übertragung der Beteiligungen an die nunmehrige Bayerische Vermögen AG.

Zur Begründung hat das Landgericht ausgeführt, dass der damalige Berater sowohl die Klägerin als auch den Zedenten nicht auf das Risiko des Wiederauflebens der Kommanditistenhaftung nach § 172 IV HGB hingewiesen hat. Dieses Risiko bedeutet, dass ein Anleger bei der Beteiligung an einem geschlossenen Fonds gegebenenfalls Gefahr läuft, erhaltene Ausschüttungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückbezahlen zu müssen. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass seitens der damaligen Neue Vermögen AG, der nunmehrigen Bayerische Vermögen AG, nicht ausreichend über dieses Risiko aufgeklärt wurde.

Bereits diese Pflichtverletzung führt dazu, dass ein vollständiger Schadensersatzanspruch hinsichtlich der Rückerstattung des damals eingesetzten Kapitals abzüglich erhaltener Ausschüttungen besteht Zug um Zug gegen Übertragung der Beteiligungen an das beratende Unternehmen.