In einem von der Fachanwaltskanzlei Seehofer erstrittenen Urteil hat das Landgericht Memmingen einem geschädigten Anleger vollständigen Schadensersatz zugesprochen im Zusammenhang mit Beteiligungen an den Lebensversicherungsfonds der Lloyd Fonds Britische Kapital Leben II GmbH & Co. KG sowie der Lloyd Fonds Britische Kapital Leben IV GmbH & Co. KG und an einem Fonds im Bereich der erneuerbaren Energien, nämlich der MTV IV BioEnergie GmbH & Co. KG.

Das Landgericht hat darüber hinaus die beklagte Schwäbische Genossenschaftsbank dazu verurteilt, neben dem jeweils eingesetzten Kapital auch entgangenen Gewinn zu erstatten. Darüber hinaus wurde der geschädigte Anleger von sämtlichen weiteren steuerlichen und wirtschaftlichen Nachteilen im Zusammenhang mit den drei Fondsbeteiligungen freigestellt sowie die beklagte Bank dazu verurteilt, die vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten zu erstatten.

Der geschädigte Anleger wird damit so gestellt, wie wenn er sich an den drei Fonds nicht beteiligt hätte. Dies bedeutet, dass er das eingesetzte Kapital abzüglich erhaltener Ausschüttungen zurückerhält und die beratende Bank die Fondsanteile übernehmen muss.

Zur Begründung berief sich das Landgericht auf die mittlerweile gefestigte sogenannte Kick-Back Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wegen der verschwiegenen Rückvergütungen. Das Landgericht hat auch entschieden, dass eine Verjährung der Ansprüche nicht eingetreten ist, da der geschädigte Anleger erst im Rahmen der Information durch die Fachanwaltskanzlei Seehofer von der Problematik der geflossenen Rückvergütungen erfahren hat und nicht bereits vorher. Damit begann auch erst bei Kenntnisnahme dieses Problems die sogenannte dreijährige kenntnisabhängige Verjährungsfrist zu laufen. Die beratende Bank hatte im Rahmen des Verfahrens eingeräumt, 7 % an Provisionen aus der jeweiligen Zeichnungssumme erhalten zu haben. Das Landgericht betonte, dass nach der BGH-Rechtsprechung eine beratende Bank verpflichtet ist, sowohl über die Tatsache einer Rückvergütung als auch insbesondere über die Höhe der Rückvergütungen ungefragt aufzuklären. Dies ist bei allen drei Beteiligungen nicht erfolgt, weshalb es auch zur Verurteilung der beratenden Bank gekommen ist.